Fünf Punkte im ersten Viertel. Ein 20-Punkte-Run des Gegners beim Spielstand von 5:5. Eigentlich beginnt Swiss Central Basketball die neue Spielzeit in der NLB mit halbstündiger Verspätung, nur läuft die Matchuhr schon unerbittlich. Von diesem Blackout erholt sich der SCB nicht mehr. Immerhin, in der zweiten Spielhälfte erzielt der SCB mehr Punkte als sein Gegner. Dies verhindert die klare 77:96-Niederlage aber nicht mehr. 

Warum ist Swiss Central Basketball beim Saisonstart in die neue Nationalliga-B-Saison nicht bereit? Achselzucken bei Trainer Dragan Andrejevic. «Das habe ich die Mannschaft in der Pause auch gefragt. Grundsätzlich müssten das die Spieler beantworten. Der Gegner kam schon mit einer ganz anderen Körpersprache aufs Feld.» Der SCB lässt sich durch eine äusserst aggressive Verteidigung der Gäste aus Vevey den Schneid abkaufen. Kommt dazu, dass die Trefferquote der Innerschweizer unterirdisch ist: Im ersten Viertel sitzt kein einziger Freiwurf, kein Dreier-Versuch, und selbst vermeintlich leichte Layups gehen nicht rein.

Die Statistik weist am Spielende genau einen Dreier beim SCB aus. Wenigstens steigt die Freiwurf-Quote bis zum Ende über 50 Prozent. Doch phasenweise scheint es, als ob der Ball vom Korbring abgestossen würde wie von einem gleichpoligen Magneten. «Die nur fünf Punkte im ersten Viertel sind zwar schlimm», relativiert Andrejevic, «Aber 25 Punkte des Gegners zuzulassen ist schlimmer. Wir haben schlecht verteidigt.» Vor allem die total 60 Punkte der beiden Amerikaner im Team von Vevey tun weh. Riviera-Spieler Gillespie allein versenkt sieben Würfe von jenseits der Dreier-Linie und wird schliesslich als bester Spieler seines Teams ausgezeichnet.

Apropos MVP: David Vajda, mit 19 Jahren einer der Jungen im SCB-Team, verdient sich auf Central-Seite die Auszeichnung mit seinen insgesamt 22 Punkten. Denn der Mannschaft lässt sich zugutehalten, dass sie den Kampfgeist wiederfindet und das dankbare Publikum in der Staffelnhalle durch ihr Engagement, einige schöne Spielzüge und spektakuläre Dunks bei der Stange hält. Schönreden lässt sich die deutliche Auftakt-Niederlage des SCB dadurch zwar nicht, aber nach dem desaströsen Start zeigt das Team Charakter, hält im zweiten Viertel punktmässig einigermassen mit und «siegt» wenigstens in der zweiten Spielhälfte.

Bilder: Mike Epprecht

SCB – VRB/ULRB Riviera 77:96 (5:25 / 20:47 / 40:63)
Staffelnhalle Luzern – 100 Zuschauer
SCB: Mirza Ganic (15 Pt.), Mirnes Ganic (10), Lati (3), Leutenegger, Domingos (8), Vajda (22), Liembd (4), Bucher (4), Ohmer (4), Zimmermann (2), Maekele, Gvozden (5)