Trotz Niederlage: Swiss Central feiert in der Pilatus Arena am Samstag ein Basketballfest mit 2500 Zuschauenden.

Bericht: Dani Schriber
Bilder: @cavens.ch

Zoran Popovic kam vor rund 25 Jahren aus Montenegro in die Schweiz, spielte hier als Profi Basketball, gründete eine Familie, wurde Sportlehrer in Kriens – und blieb dem Sport als Trainer, Sportchef und Mentor treu. Und am vergangenen Samstag hat sich «Pop», wie er von Emmen bis Zug genannt wird, ein Denkmal gesetzt: Seit den frühen Sommermonaten widmete er jede freie Sekunde dem Projekt «SCB in der Pilatus Arena». Drei Vorstandssitzungen brauchte es, bis der Verein «Ja» sagte zu dieser eigentlich verrückten Idee. Ja sagte zum Vorhaben, mit NLB-Basketball die grösste Sporthalle weit und breit zu füllen.

Je näher der grosse Tag kam, desto mehr standen nicht nur das grosse Ziel, sondern vor allem die kleinen Details im Fokus. Der Parkettboden, der extra aus Genf angeliefert wurde, wurde in stundenlanger Handarbeit von Vereinsmitgliedern aufgebaut. Das Maskottchen wollte gebrieft, der Ticketverkauf koordiniert, das VIP-Menu kreiert werden – und gemeinsam mit den Verantwortlichen der Pilatus Arena wurde das Rahmenprogramm bis ins Detail geplant. Apropos: Urchiger hätte dieses nicht sein können. Mit dabei waren eine Guuggenmusig, Jodler, ein Treichlerverein, sogar Geisslechlöpfer – typisch Popovic eben, der nicht erst seit seiner Einbürgerung vor rund 10 Jahren ein Faible für Schweizer Kulturgut zu haben scheint. Darüber hinaus galt es als Vorprogramm auch noch zwei U16-Partien sowie ein 1. Liga-Damenspiel zu planen. Kurz: Es war ein Grossanlass, wie es ihn der Sport in der Region noch nicht gesehen hat. «Was normalerweise Eventsfirmen machen, hat unser Verein mit Unterstützung zahlreicher Eltern geschafft», so Popovic.

Klar ist indes auch: Auch ein stolzes Rahmenprogramm und ambitionierte Ziele garantieren keinen grossen Publikumsaufmarsch. Würde der grosse Aufwand wirklich von den Sportinteressierten honoriert werden? Die Antwort zeichnete sich morgens gegen 10 Uhr ab, als die Ränge schon beim ersten U16-Spiel überraschend gut gefüllt waren. Und je länger der Tag dauerte, desto spürbarer die Vorfreude. Und als um kurz vor 17.30 Uhr die Spieler zu schallenden Rap-Beats und unter einer Standing Ovation aufs Parkett traten, jubelten ihnen doch tatsächlich 2500 Schaulustige zu – darunter Stadträte und Politikerinnen aus Luzern und Kriens, Sportstars wie Andy Schmid und Manuela Schär sowie Vertreter von Kanton und Verbänden. Die Verblüffung war den einlaufenden Korbjägern anzumerken. Kein Wunder: Mit Ausnahme des Amerikaners Karachi Edo hat keiner von ihnen je auch nur etwas Vergleichbares erlebt. Die elektrifizierende Atmosphäre blieb auch im weiteren Spielverlauf spürbar – und zeigte Wirkung auf das Spiel von Swiss Central. Obwohl der Auftritt der jungen SCB-Mannschaft durchaus beherzt war: Sportlich bot das Spiel nicht die erhoffte Spannung – und Leader GC, zeigte, weshalb es zurecht NLA-Ambitionen hat. Zum besten Spieler avancierte Dylan Schommer mit 23 Punkten. Auch für den ehemaligen SCB-Akteur war der Match in Kriens ein Highlight: «Ein solches Ereignis lässt träumen und zeigt, wie viel Potenzial in unserer Sportart steckt.»

Kommt bald die Schweizer Nati?

Gleich tönte es auch von Andreas Siverio. Der Präsident von Swiss Basketball liess es sich nicht nehmen, zusammen mit der kompletten Geschäftsleitung des Verbands anzureisen. Nicht nur aus «Gwunder», sondern auch aus Eigeninteresse. «Der Basketballsport in unserem Land kann nur weiter wachsen, wenn langfristig auch die Deutschschweiz mit mehreren Teams in der höchsten Liga dabei ist.» Professionelle Infrastrukturen wie jene im Mattenhof könnten einen wichtigen Teil zu dieser Entwicklung beitragen, so Siverio. Und dann machte Siverio im Arena-Interview auch noch eine Ankündigung, welche die Basketballfans in der Region freuen dürfte: «Die Chancen stehen gut, dass wir bald ein Spiel der Nationalmannschaft in der Pilatus Arena austragen werden.» Konkret geht es um das WM-Qualifikationsspiel zwischen der Schweiz und Bosnien am 2. März 2026. Eine Aussicht, die auch Zoran Popovic freut: «Jedes Spiel, das in diesem Rahmen ausgetragen wird, ist ein Gewinn für unseren Sport.»

NLB, 11. Runde, Pilatus Arena, 2500 Zuschauende
Swiss Central – GC Zürich 55:68 (25:36)
SCB: Mirza Ganic (11), Mirnes Ganic (6), Lati (4), Edo (10), Domingos (3), Vajda (6),  Liembd, Bucher (6), Jusovic (9), Ohmer, Zimmermann. – Coach: Andrejevic.