Gianluca Schmid spielt Basketball, glaubt an Jesus Christus und erlebte im Tessin einmal ein nervenaufreibendes Spiel mit Swiss Central Basket.
Bericht und Bilder: Michael Wyss
Der Basketballkorb vor dem Eigenheim der Familie Schmid in Buttisholz ist von weitem sichtbar, das Prellen des Balles ist gut hörbar, wenn man in die Quartierstrasse läuft. Hier wirft Gianluca Schmid bereits einige Bälle auf den Korb. Basketball ist seine ganz grosse Leidenschaft. «Ich spielte mit einem Kollegen viel Basketball beim Schulhaus und wünschte mir einen eigenen Basketballkorb, den ich dann auch bekam.» So begann er Basketball zu spielen. Die Freude zum Sport wurde ihm in die Wiege gelegt. Sein Papi war Schwimmer und Fussballer, seine Schwester war im Geräteturnen, Volleyball und Schwimmen, tanzt leidenschaftlich und singt gerne. «Unsere Familie hat Freude an der Bewegung. Früher waren wir auch schon am Luzerner Stadtlauf.» Bevor Gianluca die Freude zum Basketball entdeckte, war er Torhüter im Nachwuchs des FC Buttisholz. «Ich schaue gerne auf die Fussballzeit zurück. Noch glücklicher wurde ich aber im Basketball. Ein Sport, der mich bis heute fasziniert und nicht mehr losgelassen hat.»
Zwölf Stunden am Trainieren
Begonnen hat der 15-Jährige bei Emmen Basket. Nun spielt er in seiner dritten Spielzeit im U16-Nachwuchs von Swiss Central Basketball, der Verein ist in der Sportanlage Stafeln in Reussbühl beheimatet. Im August kommt der Buttisholzer in die U18-Mannschaft. Der 189 Zentimeter grosse Basketballer trainiert in der Woche in der Halle und im Kraftkeller bis zu zwölf Stunden. Sein Fernziel ist, eines Tages den Sprung in die erste Mannschaft (aktuell in der NLB) von Swiss Central Basket zu schaffen. Mit guten Leistungen kann er sich für die Nachwuchsnationalmannschaft, ein Wunsch von ihm, empfehlen. «Das Schweizer Dress eines Tages zu tragen, macht auch stolz, wenn ich daran denke. Eine Ehre. Ich arbeite hart, um dieses Ziel zu erreichen.» Auf seine Stärken angesprochen, sagt er, dass er ein kraftvoller Spieler sei, physisch stark. Verbessern müsse er sich, schnellere Entscheidungen im Spiel zu treffen. Das Basketballspiel ist schnell und dynamisch. Viel Zeit zum Überlegen ist nicht vorhanden. Das sei die ganz grosse Herausforderung, dass man innert Kürze das Richtige macht.
Jesus Christus als Wegbegleiter
Auf dem Weg zum Erreichen seiner Ziele hilft ihm einen starken Glauben an Jesus Christus. «Er begleitet mich auf meinem Lebensweg.» Gianluca Schmid, der früher in der Musikschule Rottal Schlagzeug spielte und Mitglied beim Rottaler Perkussionsensemble «Drumheroes» war, begleitet mehrmals im Jahr mit seiner Schwester (Gesang) die auf Portugiesisch vorgetragenen Gottesdienste in der Freikirche «Comunidade Cristã Vida Nova» (Christliche Gemeinschaft des neuen Lebens) in Rotkreuz. Der Weg zu dieser Kirche fand er durch sein Mami, die Brasilianerin ist und portugiesisch als Muttersprache spricht. «Das Begleiten dieser Gottesdienste ist mir wichtig, hier kann ich Kraft für mein Leben tanken.» Über die Ostertage war Gianluca Schmid in der Westschweiz in einem Ostercamp mit Gleichgesinnten, welches das Christliche Zentrum Zollhaus Luzern organisierte.
Ein Nervenkrimi im Tessin
Seinen schönsten Moment erlebte er im letzten Herbst mit dem U16-Team National von Swiss Central Basketball im Tessin in einem Meisterschaftsspiel. Sie gewannen das Spiel gegen Mendrisiotto in Chiasso mit einem Punkt Unterschied. «Es war ein Punkt-an-Punkt-Rennen, ein Spiel auf Augenhöhe. Wir konnten mit einem Dreierwurf das Spiel in extremis gewinnen. Das sind Momente, die man nicht mehr vergisst. Schöne Erinnerungen.» Auch Enttäuschungen gab es. Das bezieht sich aber nicht auf das Sportliche, viel mehr auf seine Verletzungen. Gianluca Schmid konnte während eines halben Jahres nicht trainieren, wegen eines Wachstumsschubes. Schmerzen im Bereich der Achilles-Sehne und des Knies machten ihm zu schaffen. Grund waren die Knochen, die in dem Alter schneller wuchsen als die Muskeln. Dank Physiotherapie wurde es besser. Gewisse Schmerzen begleiten ihn aber heute immer noch. Mit Dehnungsübungen vor und nach dem Training hat er das Problem im Griff.
Eine Lehre im KV-Bereich
Aktuell besucht Gianluca Schmid die Sportschule in Kriens, die es ihm ermöglicht, seine grosse Leidenschaft intensiv auszuüben. «Die Sportschule ist ein guter Mix zwischen Schule und Sport.»
Ab August beginnt der Rottaler eine kaufmännische Lehre in Ebikon in einem Bauunternehmen im Bereich «Immobilien / Treuhand». Diese Lehre gibt ihm verschiedene Perspektiven für das spätere Berufsleben. «Eine solide Ausbildung», sagt er.
Geselliges und fröhliches Gemüt
Und wie beschreibt ihn sein Vater Roger Schmid: «Gianluca ist ein kommunikatives, geselliges und fröhliches Gemüt».
Eine Brandmalerei über Kobe Bryant
Die Basketballsaison ist in wenigen Tagen beendet. Das Thema beschäftigt Gianluca Schmid auch in den spielfreien Tagen intensiv. Er steckt in der Abschlussarbeit der Sekundarschule. Sein Projekt ist ein Basketballbrett mit Korb in Originalgrösse. Verewigt auf dem Brett mittels Brandmalerei ist der frühere amerikanische Basketball-Star Kobe Bryant von den Los Angeles Lakers. Er ist im Jahr 2020 bei einem Helikopter-Absturz im Alter von 41 Jahren ums Leben gekommen. «Sein Leben hat mich inspiriert. Er war ein Spieler, der immer seriös lebte. Kobe Bryant trainierte frühmorgens und ging früh ins Bett. Er blieb trotz seinen Erfolgen immer auf dem Boden. Er hatte keine Starallüren.» Und die Abschlussarbeit war eine grosse Herausforderung, wie er sagte: «Ich muss alles dokumentieren, jeden Schritt, von A bis Z.» Seine Abschlussarbeit präsentiert der Buttisholzer am 29. Juni, am Tag seines 16. Geburtstages, in Kriens an der Sportschule an einer internen Feier. «Ich habe mir damit gleich selber ein Geburtstagsgeschenk gemacht», sagt er und blickt bereits wieder Richtung Basketballkorb, wo er nach dem Gespräch wieder einige Bälle Richtung Korb wirft.
Drei Fragen an Gianluca Schmid
Was war bisher eine gute Entscheidung in deinem Leben?
Ich habe es nie bereut, nach Kriens in die Sportschule zu gehen. Das war eine gute Lebenserfahrung für mich.
Welche Fähigkeit würdest du gerne beherrschen, über Nacht?
Jeden Wurf von der Dreipunktelinie zu treffen.
Gibt es etwas, womit du deine Eltern früher richtig auf die Palme gebracht hast?
Als kleiner Junge habe ich die Ecken unserer Steintreppe mit einem Hammer weggeschlagen, weil ich wollte, dass sie runder werden.
Quelle: Anzeiger vom Rottal, 16. April 2026