Swiss Central Basketball gewinnt das erste Spiel der neuen NLB-Saison gegen den BC Winterthur mit 79:67. Vor allem im ersten Spiel-Viertel überfährt das junge Kollektiv den Gegner. Kurz vor Ende der Partie kommt beinahe nochmals Spannung auf, weil der «zweite Anzug» noch nicht perfekt sitzt. Insgesamt offenbart Swiss Central aber Potenzial, das für die neue Saison einiges erwarten lässt.
Bericht: Herbert Zimmermann
Bilder: Mike Epprecht
«Das wird nicht einfach», dämpft der neue Headcoach der Zentralschweizer, der Montenegriner Rajko Krivokapic, die Hoffnungen. «Im Vergleich zum letzten Jahr hat die Mannschaft viel Substanz verloren. Ausserdem muss sich das ganze, neu formierte Team an ein komplett neues System gewöhnen.» Seine Taktik lässt sich mit «Run and Gun» umschreiben, aggressives Erobern des Balles und schnelles Abschliessen. Und aus der Generation der letztjährigen Talente sind mehrere nicht mehr in der Aufstellung zu finden – aus den verschiedensten Gründen.
22:3 nach gut acht Minuten
Dass es aber auch mit neu Dazugestossenen aus dem Nachwuchs funktioniert, beweist der SCB gleich zum Start. Gegner Winterthur, auch mit vielen jungen Spielern bestückt, ist im ersten Viertel durch den bissigen Kampf der Hausherren in der Staffel-Halle schlicht überfordert. Der Gäste-Coach wechselt zunehmend verzweifelt bereits nach wenigen Minuten seine Crew auf dem Feld aus – ohne sichtbaren Nutzen. Drei magere Zähler lässt die Central-Verteidigung zu bis kurz vor Ende des ersten Viertels. Derweil verwerten die Spieler ihre Würfe ansprechend, ob nun von ausserhalb des Wurfkreises, oder unter dem Korb. Nach achteinhalb Minuten steht es 22:3, bis zur ersten Pause 29:10.
Carter, die neue Attraktion
Besonders auffällig dabei: Der US-Amerikaner Kayden Carter. Am Montag zum ersten Mal im Training bei Swiss Central, überzeugte er, ohne das Spiel als Starspieler an sich zu reissen. Die Statistik spricht eine eindeutige Sprache: Mit 25 Punkten, elf Rebounds – vier davon in der Defensive – und einer Trefferquote bei zehn von zwölf Zweier-Versuchen wird er nach der Partie zum besten Spieler des Teams gewählt. Geholfen bei seinem Einstand hat Carter allerdings auch, weil das Gerüst der erfahreneren SCB-Spieler wie der Ganic-Brüder und die Jüngeren aus der Start-Fünf ihn richtig einsetzen. Carter dominiert sein Terrain unter dem Korb und weiss zwischendurch mit wuchtigen Dunks Akzente zu setzen.
Da muss noch mehr kommen
Das Startfurioso ebbt allerdings ab, nachdem auch Coach Krivokapic seinen Leistungsträgern Pausen gönnt und der Nachwuchs – besser: Die noch Jüngeren im Kader – Erfahrung sammeln geht. Der Druck auf den Gegner ist nicht mehr der gleiche. Winterthur, dem man zugute halten muss, nie zu resignieren, tastet sich in der Endphase gefährlich heran. Humorlos würgt der SCB die Gästebemühungen ab und bringt den ersten Sieg der Saison über die Zeit.
Die Lern- und Formkurve des SCB-Teams, bei dem auch noch nicht alle ihre Positionen gefunden haben, hat Luft nach oben. Zusammen mit Kader-Spielern, die beim Saisonauftakt noch verletzt gefehlt haben, verheisst das für die neue Nationalliga-B-Saison einiges.
SCB – BC Winterthur 79:67 (29:10 / 20:19 / 13:20 / 17:18) Staffeln, Luzern – 50 Zuschauer
SCB: Mirza Ganic (8), Mirnes Ganic (9), Ciano (8), Carter (25), Zimmermann, Di Magli (16), Volic, Drobnjak, Souza de Oliveira, Zgraggen (11), Maekele (2), Tatli